Viele Verbraucher mit DSL-Bank-Darlehen fragen sich, welche Vorteile ihnen der Widerruf von Verbraucherdarlehen infolge einer falschen Widerrufsbelehrung bringt. Gerade vor dem Hintergrund einer anstehenden Gesetzesänderung Anfang 2016 finden sich wieder vermehrt Presseberichte, die weitgehend zutreffend darauf verweisen, dass Verbraucher durch den Widerruf ihrer Darlehensverträge u.a. bei der DSL-Bank einer kostspieligen Vorfälligkeitsentschädigung entgehen und womöglich auch noch Zinsgewinne aus der Vergangenheit beanspruchen können.

Widerruf DSL-Bank: Widerrufsbelehrung häufig falsch

Nach einer Untersuchung der Verbraucherzentrale Hamburg ist der weit überwiegende Teil der in den Jahren 2002 bis 2009 von den Banken verwendeten Widerrufsbelehrungen falsch. Das hat zur Folge, dass die Kunden diese Verträge auch heute noch widerrufen und sich dadurch erhebliche finanzielle Vorteile sichern können. Deswegen spricht man auch vom Widerrufsjoker (siehe die Erklärung in unserem kurzen youtube-Video). Auch die DSL-Bank hat in der Vergangenheit regelmäßig falsche Widerrufsbelehrung verwendet. Weil gerade die DSL-Bank gegenüber ihren Kunden auch häufig behauptet hat, die entsprechenden Belehrungen seien ordnungsgemäß, ist sie vom Landgericht Köln (Az. 31 O 111/15) zur Unterlassung dieser irreführenden Angaben verurteilt worden. Angesichts dessen fragen sich Kunden der DSL-Bank, ob sie auch in ihrem konkreten Fall erfolgreich gegen die Bank vorgehen können.

Widerruf DSL-Bank: Strategie der DSL-Bank

Was können sich nun Kunden der DSL-Bank erwarten, wenn sie den Widerrufsjoker nutzen wollen? Zunächst einmal: Die Strategien der Banken sind teilweise uneinheitlich, weil sie sich von Anwälten nicht „lesen“ lassen wollen. Deswegen sind im Grundsatz nur Tendenzaussagen möglich. Bei der DSL-Bank lässt sich eine Tendenz dahingehend formulieren, dass Verbraucher eine gewisse Chance auf ein außergerichtliches Kompromissangebot haben, wenn sie ihren Vertrag ohne anwaltliche Hilfe widerrufen. Das birgt freilich auch nennenswerte Risiken (z.B. die sofortige Fälligstellung der Restschuld), über die sich Verbraucher zuvor bei einem Anwalt ihres Vertrauens informieren sollten. Natürlich ist es auch möglich, dass Kunden ohne anwaltliche Hilfe erst recht nicht ernst genommen und ihre Ansprüche pauschal abgelehnt werden. Zieht ein Kunde dann einen Rechtsanwalt hinzu, lassen sich bei der DSL-Bank in der Regel kaum noch außergerichtliche Lösungen erzielen. Verbraucher benötigen hier also den Mut zur Klage, werden dafür aber regelmäßig belohnt, weil das u.a. zuständigen LG Bonn in der Vergangenheit sehr verbraucherfreundlich geurteilt und sehr zügige, verbraucherfreundliche Vergleichsvorschläge vorgelegt hat.

Tipp zum Widerruf DSL-Bank: Wer als Kunde den Widerruf erwägt, sollte sich über eine kostenlose Kurzanfrage informieren, ob seine Widerrufsbelehrung fehlerhaft ist und anschließend zeitnah den Widerruf ausüben, bevor das Widerrufsrecht in der vorgesehenen gesetzlichen Auslauffrist erlischt.